Begriffe aus der Versicherungswelt  verständlich erklärt


Von A wie Anbaumöbel bis Z wie Zweitwohnung erklärt die Haftpflichtkasse Begriffe aus der Versicherungswelt. Erfahren Sie im Versicherungslexikon was sich hinter den Begriffen verbirgt und welche Relevanz die jeweiligen Punkte auf den Abschluss Ihrer Versicherung haben.  

  • Privathaftpflicht

    Ehrenamt/Ehrenamtliche Tätigkeiten

    BBR A. IV. Ziff. 16

    Die gesetzliche Haftpflicht aus einer nicht hoheitlichen ehrenamtlichen Tätigkeit oder unentgeltlichen Freiwilligenarbeit aufgrund eines sozialen Engagements ist in der Privathaftpflicht-Versicherung der Haftpflichtkasse mitversichert. Hierunter fällt z. B. die Mitarbeit

    a) in der Kranken- und Altenpflege;

    b) in der Behinderten-, Kirchen- und Jugendarbeit;

    c) in Vereinen, Bürgerinitiativen, Parteien und Interessenverbänden;

    d) bei der Freizeitgestaltung in Sportvereinigungen, Musikgruppen, bei Pfadfindern oder gleichartig organisierten Gruppen.

     

    Beispiel

    Der ehrenamtlich für die Kirche als Seelsorger tätige Herr Clausen beschädigt während eines Krankenbesuchs durch unsachgemäße Handhabung ein Krankenbett. Das Krankenhaus, als Geschädigter, fordert Ersatz für den entstandenen Schaden. Herrn Clausens Privat-Haftpflichtversicherung bei der Haftpflichtkasse kümmert sich darum.

  • Unfall

    Eigenbewegungen

    BBU Unfall Einfach 1. Ziffer 14

    Eigenbewegungen sind Bewegungen ohne erhöhte Kraftanstrengung. Als Eigenbewegung versteht man im Versicherungsbereich eine Reflexbewegung, Reflexhandlung oder (fallbezogene) typische Bewegung eines Menschen bzw. seines Körpers, die ohne ein gleichzeitiges, direkt und von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis (also die Ursache der Bewegung) vollzogen wurde.
    Versichert sind nach der Produktlinie Unfall Einfach Komplett durch Eigenbewegung(en) verursachte Bauch-, Unterleibs- und Knochenbrüche sowie alle Schädigungen an Gliedmaßen oder der Wirbelsäule. Ausgeschlossen bleiben Schädigungen der Bandscheiben. Versichert sind auch Gelenksverrenkungen, Zerrungen

    Typische Beispiele von Eigenbewegung:

    a) Umknicken beim Gehen oder Joggen, beim Aussteigen aus dem Auto oder Treppensteigen

    b) Tennisspieler streckt sich, um hohen Ball zu erreichen

    c) Körperliche Drehbewegung beim Sport

    d) Nachfassen eines fallenden Gegenstandes

    e) Erschrecken und ein unmittelbar darauf beruhender Sturz

    Gerade Sportler sollten diese Eigenbewegungen mitversichert haben, um während ihrer sportlichen Betätigung abgesichert zu sein.

    Beispiel

    Herr Ruppert spielt mit ein paar Freunden Fußball. Ehrgeizig versucht er, einen eigentlich unerreichbaren Ball eines Teamkollegen noch vor der Seitenlinie zu erreichen und mit einem gewagten Ausfallschritt zurückzuschlagen. Bei diesem riskanten Manöver reißt die Achillessehne in seinem rechten Fuß.

  • Diensthaftpflicht

    Elektronischer Datenaustausch / Internetnutzung

    BBR. II. Ziff. 5

    VDie Dienst- und Amtshaftpflicht-Versicherung der Haftpflichtkasse gewährt der versicherten Person Versicherungsschutz für ihre gesetzliche Haftpflicht als Richter oder Beamter, Angestellter und Arbeiter des öffentlichen Dienstes sowie als Soldat. Hierzu zählen auch mögliche Haftpflichtansprüche wegen Schäden aus der dienstlichen Nutzung von Internet oder E-Mail, wie dem Austausch, der Übermittlung und der Bereitstellung Elektronischer Daten.

    Beispiel

    Die Verwaltungsangestellte Paula Bauer unterlässt es, trotz Dienstanweisung ihren PC „upzudaten“. Ihr Rechner wird durch einen Virus infiziert. Als Sie eine E-Mail an einen Bürger verschickt, wird auch dessen Rechner infiziert. Der Dienstherr nimmt Regress bei Frau Bauer für den Schadenersatz, dem er dem Bürger ersetzt hat. Im Rahmen der Dienst- und Amtshaftpflicht-Versicherung der Haftpflichtkasse besteht Versicherungsschutz für die gesetzliche Haftpflicht wegen Schäden durch elektronischen Datenaustausch.

  • Haftpflicht Firmenkunden

    Elektronischer Datenaustausch / Internetnutzung

    Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers wegen Schäden aus dem Austausch, der Übermittlung und der Bereitstellung elektronischer Daten (z.B. im Internet, per E-Mail oder mittels Datenträger), soweit es sich um Schäden handelt aus

    a) der Löschung, Unterdrückung, Unbrauchbarmachung oder Veränderung von Daten (Datenveränderung) bei Dritten durch Computerviren und/oder andere Schadenprogramme;

    b) der Datenveränderung aus sonstigen Gründen sowie der Nichterfassung und fehlerhaften Speicherung von Daten bei Dritten und zwar wegen
    • sich daraus ergebender Personen- und Sachschäden, nicht jedoch weiterer Datenveränderungen sowie
    • der Kosten zur Wiederherstellung der veränderten Daten bzw. Erfassung/korrekten Speicherung nicht oder fehlerhaft erfasster Daten;

    c) der Störung des Zugangs Dritter zum elektronischen Datenaustausch;

    d) der Verletzung von Persönlichkeitsrechten, es besteht dabei auch Versicherungsschutz für immaterielle Ansprüche, nicht jedoch von Urheberrechten

    e) der Verletzung von Namensrechten, es besteht dabei auch Versicherungsschutz für immaterielle Ansprüche.

    Beispiel

    Herr Maier möchte sich in einem Hotel unseres Versicherugnsnehmers ein Zimmer buchen und die Reservierung über dessen Homepage veranlassen. Herr Maier bekommt nach erfolgreicher Reservierung über die Homepage eine Bestätigungsmail, welche mit einem Virus infiziert ist. Durch diesen Virus wird der Computer von Herrn Maier geschädigt.

  • Privathaftpflicht

    Elektronischer Datenaustausch/Internetschäden

    BBR A. IV. Ziff. 8

    Die Privat-Haftpflichtversicherung der Haftpflichtkasse gewährt dem Versicherungsnehmer Versicherungsschutz für seine gesetzliche Haftpflicht als Privatperson und aus den Gefahren des täglichen Lebens. Hierzu zählt die Haftpflichtkasse auch mögliche Haftpflichtansprüchewegen Schäden aus der privaten Nutzung von Internet oder E-Mail, wie dem Austausch, der Übermittlung und der Bereitstellung elektronischer Daten.

    Beispiel

    Herr Scheider lädt während des Besuches bei einem Bekannten Informationen zu einer privaten Reise aus dem Internet auf dessen PC herunter – und dabei unbewusst auch einen Computer-Virus. Dieser legt den Computer des Bekannten für zwei Tage lahm. Die Privat-Haftpflichtversicherung der Haftpflichtkasse bietet Versicherungsschutz für den Schaden, der Herrn Scheider durch die Unachtsamkeit ihres Versicherungsnehmers entstanden ist.

  • Hausrat

    Elementarschäden

    C4.

    Der Versicherungsnehmer hat in allen Produktlinien die Möglichkeit, seinen Versicherungsschutz gegen einen Beitragszuschlag um die Naturgefahren Überschwemmung, witterungsbedingter Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawine, Vulkanausbruch und eindringendes Regen- oder Schmelzwasser zu erweitern. Eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent pro Schaden, mindestens 500 EUR und maximal 5.000 EUR, gilt als vereinbart. Für eindringendes Regen- oder Schmelzwasser beträgt die vereinbarte Entschädigungsgrenze je Schaden 3 % der Versicherungssumme mit einer Selbstbeteiligung in Höhe von 250 EUR. Eine Einstufung der Risiken nach dem ZÜRS-Modell (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) wird nicht vorgenommen.

    Beispiel

    An einem lauen Sommerabend öffnet Herr Laumann die Dachgeschossfenster um nochmal zu lüften. Daraufhin geht er wieder ins Wohnzimmer und legt sich auf das Sofa auf welchem er einschläft. Am nächsten Morgen als er aufwacht bemerkt er, dass es geregnet hat. Ihm fällt sofort wieder ein, dass die Fenster im Dachgeschoss die ganze Nacht offen waren. Der Regen beschädigt seinen Schreibtisch und einen Stuhl. Da er eine Hausrat-Versicherung inkl. der Gefahr Elementar besitzt, reguliert die Haftpflichtkasse den entstandenen Schaden im Rahmen der vereinbarten Entschädigungsgrenze und der Selbstbeteiligung.

  • Hausrat

    Entschädigungsgrenzen

    VHB § 13 Nr. 2 b) und B1.15 und B2.3.

    Außerhalb von > Wertschutzschränken gelten für folgende Wertsachen
    bedingungsgemäße Entschädigungsgrenzen: Bargeld, auf Geldkarten geladene Beträge (z. B. Chipkarte), Urkunden, Sparbücher, sonstige Wertpapiere, Schmucksachen, Edelsteine, Perlen, Briefmarken, Münzen, Medaillen, Sachen aus Gold und Platin. Auch für Pelze, handgeknüpfte Teppiche, Gobelins, Kunstgegenstände und Antiquitäten sind bestimmte Summenbegrenzungen zu beachten siehe - > Wertsachen.

    a) Bargeld, auf Geldkarten geladene Beträge (z. B. Chipkarte):
    3.000 EUR (Einfach Besser) / 3.500 EUR (Einfach Komplett);

    b) Urkunden, Sparbücher und sonstige Wertpapiere:
    10.000 EUR (Einfach Besser) / 20.000 EUR (Einfach Komplett);

    c) Schmucksachen, Edelsteine, Perlen, Briefmarken, Münzen, Medaillen, Sachen aus Gold und Platin:
    40.000 EUR (Einfach Besser) / 50.000 EUR (Einfach Komplett).

    Beispiel

    Herr Ries bewahrt Bargeld im Wert von 1.000 EUR zu Hause in einer unverschlossenen Schublade auf. Bei einem > Diebstahl - Einbruchdiebstahl in seine Wohnung entdecken die Täter das Geld und entwenden es. Herr Ries bekommt die 1.000 EUR ersetzt.

  • Unfall

    Erfrieren

    BBU Unfall Einfach 1. Ziffer 3, 2. Ziffer 3, 3. Ziffer 3

    Ob der Tod durch Erfrieren immer den > Unfallbegriff erfüllt, wurde in der Vergangenheit unterschiedlich ausgelegt. Es wurde diskutiert, ob es als „plötzlich“ angesehen werden kann, wenn eine Person für längere Zeit größerer Kälte ausgesetzt ist. Um für einen solchen Fall Klarheit zu schaffen, ist „Erfrieren“ als Unfallursache in den Bedingungen zur Unfall Einfach der Haftpflichtkasse aufgenommen.

    Beispiel

    Herr Schulz gerät bei einer Bergtour überraschend in Regen und Nebel. Aufgrund der schlechten Sicht und starken Windes muss er die ganze Nacht auf einem Felsvorsprung ausharren. Durch die anhaltende Kälte erfriert er und kann am nächsten Tag durch die Bergwacht nur noch tot aufgefunden werden. Seine Unfallversicherung zahlt an seine Hinterbliebenen.

  • Unfall

    Erhöhte Kraftanstrengung

    BBU Unfall Einfach 1. Ziffer 14, 2. Ziffer 9, 3. Ziffer 9

    Eine erhöhte Kraftanstrengung liegt bei einem gesteigerten Einsatz der Muskelkraft vor. Versichert sind nach der Unfall Einfach der Haftpflichtkasse die durch erhöhte Kraftanstrengung verursachten Bauch-, Unterleibs- und Knochenbrüche. Nach den Produktlinien Einfach Komplett und Einfach Besser sind auch alle Schädigungen an Gliedmaßen oder der Wirbelsäule mitversichert, ausgeschlossen sind allerdings Schädigungen der Bandscheiben. Versichert nach der Produktlinie Einfach Komplett und Einfach Besser sind auch Gelenksverrenkungen, Zerrungen oder Zerreißungen von Muskeln, Sehnen, Bändern, Kapseln oder Menisken.

    Beispiel

    Herr Kern hilft einem Freund bei seinem Umzug. Als sie gemeinsam versuchen, einen schweren Eichenschrank durchs Treppenhaus zu tragen, erleidet Herr Kern durch das erhebliche Gewicht des Möbelstücks einen Muskelfaserriss im rechten Arm.

  • Haftpflicht Firmenkunden

    Erhöhung

    Bei einer Erhöhung des Risikos handelt es sich um die qualitative Veränderung einer versicherten Gefahr personen- oder sachbezogen.

    Beispiel

    Der Versicherungsnehmer betreibt ein Weinhandel und eröffnet zusätzlich ein dazugehöriges Weinlokal.